Eine Werkstatt im Rahmen von Horizont Handwerk
KI-Werkstatt - KI-Agenten im Handwerk
Vom betrieblichen Prozess zur eigenen KI-Lösung
Sechs Handwerksbetriebe haben in einer mehrmonatigen Werkstatt untersucht, wie Künstliche Intelligenz praktisch für konkrete betriebliche Prozesse genutzt werden kann.
Dabei ging es nicht nur um bestehende KI-Tools. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Betriebe eigene, auf ihre Arbeitsabläufe zugeschnittene Lösungen entwickeln und bewerten können.
Diese Ergebnisseite führt Sie von der technischen Ausgangslage und der Prozessorientierung über die Arbeit in den Betrieben bis zu den Praxisbeispielen, Projekterkenntnissen und Sicherheitsfragen. Am besten folgen Sie der Seite von oben nach unten.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und neue Erkenntnisse bei der Erkundung der KI-Werkstatt.
Projektergebnisse erkunden
Die KI-Werkstatt wurde im Rahmen von Horizont Handwerk durchgeführt. Ziel des Werkstattformats ist es, neue Ansätze gemeinsam mit Handwerksbetrieben praxisnah zu erproben und die gewonnenen Erkenntnisse anschließend für weitere Betriebe nutzbar zu machen.
Mit dieser digitalen Ergebnisseite, dem Projekt-Guide und dem KI-Prozessmoderator werden die Erkenntnisse der Werkstatt interaktiv und dauerhaft zugänglich gemacht.
Mehr über Horizont HandwerkZentrale Ausgangsfrage
Wie können Handwerksbetriebe KI selbst sinnvoll einsetzen?
Zu Beginn stand die Frage, wie Handwerksbetriebe KI nicht nur nutzen, sondern für ihre eigenen Abläufe sinnvoll einsetzen und mitgestalten können. Die Werkstatt setzte deshalb bei konkreten betrieblichen Prozessen an und vermittelte den Betrieben, wie daraus tragfähige Ideen für KI-Lösungen entstehen.
Technische Ausgangslage Ende 2025
Orientierung im KI-Begriffe-Dschungel
Ende 2025 trafen die Betriebe auf eine schnell wachsende und schwer überschaubare Vielfalt an KI-Begriffen, Werkzeugen und Einsatzmöglichkeiten. Die Werkstatt ordnete diese technische Ausgangslage in vier verständliche Bereiche und schuf damit eine gemeinsame Grundlage für die weitere Arbeit.
Nicht das Tool sollte am Anfang stehen, sondern die Frage: Wo im Betrieb besteht ein relevantes Problem oder Verbesserungspotenzial?
LLM + Kontext
Unternehmenswissen einbinden Eigene Inhalte gezielt über RAG bereitstellenKI-Assistenten
Eigene GPTs und Gems Wiederkehrende Aufgaben dialogbasiert unterstützenAutomatisierung
Prozesse und Workflows Werkzeuge, Daten und Abläufe miteinander verbindenProzessorientierung von Anfang an
Zuerst wurde der Betrieb als Prozesslandschaft betrachtet.
Nach dem ersten Überblick über die Möglichkeiten von KI rückten nicht einzelne Tools, sondern die betrieblichen Abläufe in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit den begleitenden Beratern erstellten die Betriebe zunächst eine Gesamtübersicht ihrer Auftrags- und Unternehmensprozesse, identifizierten relevante Abläufe und prüften, wo KI einen realistischen Nutzen bieten könnte.
Dabei lernten sie, Prozesse fachlich zu strukturieren und mögliche Lösungen nicht nur nach ihrer Attraktivität, sondern auch nach Nutzen und Umsetzbarkeit zu bewerten.
Prozesslandkarte eines Handwerksbetriebs
GesamtübersichtNicht jeder relevante Prozess ist automatisch ein geeigneter KI-Anwendungsfall. Deshalb wurde gemeinsam geprüft, wie der Ablauf heute funktioniert, wo Probleme oder Aufwand entstehen und ob KI einen erkennbaren Nutzen bei realistischer technischer Umsetzung bieten kann.
Arbeit mit den Betrieben
Raus aus dem Workshop - rein in die Betriebe
Die sechs Unternehmen wurden individuell begleitet. Gemeinsam wurden neuralgische, häufige, zeitintensive oder fehleranfällige Prozesse identifiziert.
Aus den Gesprächen entstanden fachliche Prozessbeschreibungen, die anschließend als Grundlage für erste Musterlösungen und Prototypen genutzt wurden. Die Betriebe waren damit nicht nur Schulungsteilnehmer, sondern aktiv an Analyse, Konzeption, Test und Weiterentwicklung beteiligt.
- Vor-Ort-Analyse
- geeigneten Prozess auswählen
- Prozess fachlich beschreiben
- Demonstrator entwickeln
- mit dem Betrieb testen
- im Dialog optimieren
- Anwendung programmieren
Technischer Entwicklungssprung
Während die Werkstatt lief, veränderten sich die technischen Möglichkeiten.
KI-gestützte Coding-Systeme wurden deutlich leistungsfähiger. Dadurch konnten aus guten Prozessbeschreibungen plötzlich sehr schnell individuelle Software-Prototypen entstehen.
Die Werkstatt entwickelt sich mit
Die ursprüngliche Zielsetzung blieb bestehen: Die Betriebe sollten Kompetenz aufbauen, um KI-Lösungen für ihre eigenen Prozesse zu entwickeln.
Während der Projektlaufzeit änderten sich jedoch die technischen Möglichkeiten erheblich. Deshalb wurde die Werkstatt angepasst: Neben Prompting, GPTs und Assistenten rückte zunehmend die KI-gestützte Entwicklung individueller Software in den Mittelpunkt.
Projekt-Timeline
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November 2025
Projektstart und Grundlagen
Grundverständnis für KI, Prompting, eigene GPTs und Assistenten sowie erste strukturierte Prozessbeschreibungen.
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Werkstattmitte
Workshop mit Coding-Assistenten
Codex, Claude Code und Vibe Coding zeigten, wie aus guten Prozessbeschreibungen schneller erste Anwendungen entstehen können.
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Anschließende Praxisphase
Erproben und weiterentwickeln
Die Betriebe testeten Ansätze, bauten Demonstratoren und sammelten praktische Erkenntnisse. Teilweise entstanden individuelle Softwarelösungen.
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Juli 2026
Abschlussworkshop
Vorstellung und gemeinsame Einordnung der Ergebnisse, Erfahrungen und nächsten Schritte.
Praxisbeispiele
Welche Prozesse für die Betriebe im Mittelpunkt standen
Jeder ausgewählte Prozess wurde individuell analysiert und fachlich beschrieben. Die gemeinsame Grundlage bildete eine von S3-Medien entwickelte Methode zur strukturierten Prozessbeschreibung. Darauf aufbauend entstanden teilweise Demonstratoren und in einzelnen Fällen bereits Softwarelösungen, die derzeit in den Betrieben erprobt werden.

Stuckateur Kaiser
Digitale Baustellen- und Einsatzplanung
- grafische Baustellenplanung
- Mitarbeiter- und Kapazitätsplanung
- Urlaub, Krankheit und Konflikterkennung
- automatische Verschiebungen

Stuckateur Gröber
Digitaler Tagesbericht
- mobile Eingabe und Projektzuordnung
- Mitarbeiter und Material
- Mehrsprachigkeit
- automatische Übersetzung

Stuckateur Fischer
Tagesbericht und Stundenerfassung
- Ersatz handschriftlicher Stundenzettel
- mobile Erfassung
- Sprachunterstützung
- perspektivische Übergabe an Branchensoftware

Stuckateur Raissle
Info-Sammlung zum Auftrag
- Kundenanfragen strukturiert erfassen
- fehlende Angaben erkennen und anfordern
- Direktangebot oder Vor-Ort-Termin vorbereiten
- vollständige Übergabe an die Angebotserstellung

Stuckateur Soyez
Prozess-Demonstratoren
- Fahrzeugrückgabe
- Subunternehmerverwaltung
- CRM- und Webseitenprozesse
- Angebotsaufbereitung

Maler Giese
Automatisierte Unternehmensprozesse
- Auftragsbestätigungen
- Live-Controlling und Projektüberwachung
- Dokumentenablage
- ERP-nahe Automatisierungen
Zentrale Projekterkenntnis
„Die Technik verändert sich.Der Prozess bleibt der Ausgangspunkt.“
Eine fachlich präzise Prozessbeschreibung wird zur Schnittstelle zwischen betrieblichem Wissen und technischer Umsetzung.
Sie hilft sowohl bei der Eigenentwicklung mit KI als auch bei der Beauftragung eines Softwareentwicklers.
Neue Möglichkeiten - neue Verantwortung
Im Workshop wurden Möglichkeiten und Grenzen sichtbar.
Beim Vibe Coding wurde für die Betriebe unmittelbar spürbar, dass der Schritt vom Demonstrator zur betrieblich integrierten Anwendung deutlich mehr verlangt als die Erstellung von Code per Sprache. Sobald ein KI-Coding-System auf E-Mails, Kalender, Cloud-Speicher oder Fachanwendungen zugreifen soll, müssen Rollen und Berechtigungen definiert, Zugänge abgesichert und sensible Daten geschützt werden.
Auch die fachgerechte Anbindung bestehender Software über Datenbanken und Schnittstellen überstieg häufig die intern vorhandenen technischen Kompetenzen. Kleine, klar abgegrenzte Lösungen und Demonstratoren schätzten einige Betriebe durchaus als selbst umsetzbar ein. Größere produktive Anwendungen mit Datenbanken, Schnittstellen und Zugriff auf Unternehmenssysteme sahen sie dagegen überwiegend als Aufgabe für qualifizierte IT- oder Softwarepartner.
Worauf es bei integrierten Lösungen ankommt
- kontrollierte Zugänge zu E-Mail, Kalender und Cloud-Speichern
- klar definierte Rollen, Rechte und Freigaben
- Schutz personenbezogener und sensibler Unternehmensdaten
- sichere und dokumentierte Schnittstellen zu Fachanwendungen
- Verantwortung für Betrieb, Updates und Fehlerfälle
- bewusste Auswahl von Hosting- und Plattformanbietern
Strategische Perspektive
Europäische Hosting- und KI-Angebote sowie lokal betriebene kleinere Sprachmodelle können in geeigneten Fällen mehr Kontrolle über die Datenverarbeitung ermöglichen. Sie ersetzen jedoch weder ein Berechtigungs- und Sicherheitskonzept noch die fachgerechte Entwicklung, Prüfung und Wartung von Schnittstellen.
Stimmen aus der Werkstatt
Was die Betriebe aus dem Projekt mitnehmen
„Mit KI konnten wir einen eigenen Baustellenplaner entwickeln, der genau zu unseren individuell abgestimmten Abläufen passt.“
„Unser digitaler Tagesbericht hilft uns, Sprachbarrieren auf der Baustelle mithilfe automatischer Übersetzung zu überwinden.“
„Die mobile Stundenerfassung mit Sprachunterstützung ersetzt bei uns handschriftliche Zettel und hilft, Fehler zu vermeiden.“
„Mit KI können wir Prozesse rund um Subunternehmerunterlagen und unseren Fuhrpark spürbar schlanker gestalten.“
„KI kann bei uns ganze Unternehmensprozesse automatisieren – weit über reine Texterstellung hinaus.“
„Individuelle KI-Softwarelösungen erleichtern unseren Arbeitsalltag deutlich stärker als die reine Nutzung von ChatGPT.“
Vier praktische Tipps für Handwerksbetriebe
Was andere Betriebe mitnehmen können
Die Erfahrungen aus der KI-Werkstatt zeigen: Betriebe müssen nicht mit einer umfassenden KI-Strategie starten. Sinnvoller ist es, einen überschaubaren, relevanten Prozess auszuwählen, eine Idee früh als Prototyp zu erproben und dabei Schritt für Schritt eigene KI-Kompetenz aufzubauen.
Klein und konkret anfangen.
Nicht mit einer umfassenden KI-Strategie beginnen. Ein überschaubarer Anwendungsfall schafft schneller Klarheit und erste Erfahrungen.
Einen klaren Prozess wählen.
Ein konkretes Problem und einen abgegrenzten Ablauf beschreiben. Erst danach entscheiden, welche Technologie sinnvoll unterstützt.
Früh einen Prototyp bauen.
Die Idee sichtbar und testbar machen. So zeigt sich früh, ob sie trägt und ob das Werkzeug zum Arbeitsalltag passt.
Eigene KI-Kompetenz aufbauen.
KI-Lösungen nicht nur einkaufen. Wer Möglichkeiten und Grenzen versteht, kann Anforderungen besser formulieren und Entwicklungen mitgestalten.
Der konkrete Anwendungsfall ist individuell. Der Weg vom klar beschriebenen Prozess zum erprobten Werkzeug ist übertragbar.
Projektträger und beteiligte Partner
Wer die KI-Werkstatt begleitet hat

Projektträger
Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg (SAF)
stuck-verband.deRolle: Projektträger, Konzeption, Organisation und Begleitung der Werkstatt.
- Dr. Roland Falk
- Tina Roth
- Valentin Vasile - betriebswirtschaftlicher Berater des Verbandes
Der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg (SAF) war als Projektträger verantwortlich für Konzeption, Organisation und Begleitung der Werkstatt.

Umsetzungspartner
S3-Medien GmbH
s3-medien.deRolle: Umsetzungspartner mit Schwerpunkt auf KI-Anwendungen, Prozessanalyse, Prototyping und technischer Umsetzung.
- Frank Schöllkopf
- Holger Schulz
- Venja Weiss
S3-Medien begleitete die KI-Werkstatt als Umsetzungspartner mit Schwerpunkt auf KI-Anwendungen, Prozessanalyse, Prototyping und technischer Umsetzung.
Workshop-Partner
HunterCoach
huntercoach.deRolle: Präsenz-Workshop zu Vibe Coding und KI-gestützter Softwareentwicklung.
- Martin Jäger
HunterCoach ergänzte die KI-Werkstatt mit einem Präsenz-Workshop zum Vibe Coding. Martin Jäger zeigte den Teilnehmenden praxisnah, wie sich Ideen mit KI-gestützten Coding-Werkzeugen in erste Anwendungen und Prototypen überführen lassen.
Abschluss im Juli 2026
Impressionen vom Abschlussworkshop
Einblicke in die Vorstellung der Ergebnisse und den gemeinsamen Austausch zum Abschluss der KI-Werkstatt.
Die Methode selbst anwenden
Probieren Sie es selbst aus: Erstellen Sie gemeinsam mit „Max“ Ihre eigene Prozessbeschreibung.
Der KI-Prozessmoderator „Max“ führt Sie Schritt für Schritt durch einen eigenen betrieblichen Prozess. Gemeinsam mit ihm können Sie hier eine strukturierte Prozessbeschreibung erstellen. Diese dient Ihnen als Grundlage zum Bau eines Demonstrators oder sogar einer individuell für Sie entwickelten Softwarelösung.
Kontakt zum Projekt
Noch eine Frage zur KI-Werkstatt?
Wenn Sie Fragen zum Projekt, zur Vorgehensweise oder zu den Ergebnissen haben, können Sie sich gerne direkt an einen der Projektbeteiligten wenden.
Projektträger und Projektleitung
Dr. Roland Falk
Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg
roland.falk@bz-af.deBetriebswirtschaftliche Begleitung
Valentin Vasile
Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg
valentin.vasile@bz-af.deUmsetzung und technische Begleitung
Frank Schöllkopf
S3-Medien GmbH
schoellkopf@s3-medien.de